Ab 1804 begann der Arzt Philipp Bozzini (1773-1809) aus Frankfurt an einer Vorrichtung zu arbeiten, mit dem Ziel, sämtliche Gänge und Körperhöhlen sehen und die inneren Vorgänge im menschlichen Körper  beobachten zu können.  Da das Licht durch Röhren geleitet wurde, nannte Bozzini seine Konstruktion „Lichtleiter“ und publizierte die erste Beschreibung seiner Erfindung im Jahr 1804.  Der Lichtleiter bestand aus zwei Teilen: dem Lichtbehälter mit dem optischen Teil und dem mechanischen Teil, den Sehröhren, angepasst den anatomischen Zugängen des zu untersuchenden Organs. Als Lichtquelle diente eine Kerze. Das Licht wurde von einem Hohlspiegel reflektiert und über eine Sammellinse durch die Sehröhren in die Körperhöhlen eingeleitet. Verschiedene Specula, durch Schraubvorrichtungen flexibel gehalten, ermöglichten den Zugang zu den verschieden Gängen und Höhlen. Um Speiseröhre, Kehlkopf und hinteren Nasenrachenraum untersuchen zu können, konstruierte er eine Winkelleitung mit gegeneinander verstellbaren Hohl- und Planspiegeln. Im Jahr 1806 schickte Bozzini seinen Lichtleiter an Erzherzog Carl zur Begutachtung nach Wien. Die Professoren der medizinisch-chirurgischen Josephs-Akademie wurden beauftragt das Instrument zu prüfen.

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© Internationale Nitze-Leiter-Forschungsgesellschaft für Endoskopie